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Die folgenden Beschreibungen dienen nur der Information. Es kann für die Richtigkeit keinerlei Garantie oder Haftung übernommen werden.
Die Beschreibungen können eine Beurteilung durch geschulte Begutachter keinesfalls ersetzen.

Heilpflanzen

Pflanzeninhaltsstoffe
Heilkräuter sammeln
Heilkräuter zubereiten

Wichtige Pflanzeninhaltsstoffe:

    Schon im Mittelalter gab es Pflanzenbücher und die Menschen bedienten sich der Heilkraft der Pflanzen. Ohne das die Menschen damals die wirksamen Inhaltsstoffe kannten, hielten sie sich an die Überlieferungen und Erfahrungen der Vorfahren bei der Anwendung dieser Pflanzen. Heute werden Arzneien großteils vollsynthetisch durch die Pharmaindustrie hergestellt. Bitte beachten Sie, daß bei Pflanzen der Gehalt an Inhaltsstoffen je nach Standort und Witterung unterschiedlich sein kann. Die Wirkung bei Arzneikräutern aus der Natur kann daher variieren.
    In der Folge werden wichtige Pflanzeninhaltsstoffe beschrieben:
  •    Vitamine:    Vitamine entstehen bei der Photosynthese der Pflanze und sind für deren gesunden Wuchs erforderlich. Wenige Vitamine kann der menschliche Körper durch Grundsubstanzen , sogenannte Provitamine, selbst finden. Der menschliche Körper braucht täglich zirka ein Zehntausendstel Gramm an Vitaminen. Vitaminmangel senkt die Widerstandskraft des Menschen gegen Krankheiten. Zum Beispiel erzeugte Vitamin C - Mangel früher bei Seeleuten den Skorbut.
  •    Kohlehydrate:    Sie sind das Produkt der Assimilation. Sie wirken als Energiespender und aufbaufördernd. Kohlehydrate werden in der Pflanze als Zucker, als Stärke oer als Pektin gespeichert. Sie spielen bei der Ernährung von Mensch und Tier eine große Rolle.
  •    Enzyme:    Unterstützen die Reaktionsprozesse im Körper durch ihre Anwesenheit ohne sich selbst an der Reaktion chemisch zu beteiligen.
  •    Phytonzide:    Dies sind chemische Stoffe, die das Entstehen von Krankheitserregern in der Pflanze hemmen.
  •    Organische Säuren:   
  •    Mineralstoffe:   
  •    Ballaststoffe:   
  •    Harze:   
  •    Fette und Öle:   
  •    Cholin:   
  •    Milchsäfte:   
  •    Alkaloide:    Sind stickstoffhaltige basische Verbindungen, die in Pflanzen, meist an organische Säuren gebunden, vorkommen. Das im tierischen Organismus in der Nebenniere vorkommende Adrenalin ( synth. Suprarenin) kann als alkaloidähnlich bezeichnet werden. Als erstes pflanzliches Alkaloid wurde das Morphin im Opium 1803 durch F.W. Sertürmer entdeckt und damit die Alkaloidchemie begründet. Häufig kommen in den Pflanzen neben einem Hauptalkaloid verschiedene Nebenalkaloide vor, das Hauptalkaloid erzielt nicht die Wirkung der gesamten, in der Pflanze vorkommenden Alkaloide. Die meisten Alkaloide wirken stark auf das Nervensystem. Sie können schmerzlindernde, krampflösende, betäubende, kreilaufanregende (Mistel) oder blutstillende (Mutterkorn) Wirkung aufweisen. Wichtige Alkaloidpflanzen sind auch Schlafmohn, Tollkirsche und Bilsenkraut.
  •    Glykoside:    Sind im Pflanzen - und Tierreich weit verbreitet. Es sind chemische Verbindungen aus Zucker (Glucose) und Nichtzuckerstoffen (Alkohol, Phenol etc.). Medizinisch interessant sind Glykoside wie Arbutin (Bärentraubenblätter), Salicin (Weidenrinde) und Anthraglykoside (Rhabarber, Faulbaum). Auch Anthozyane, das sind blaue und rote Blüten - und Beerenfarbstoffe, sind Glykoside. Mit diesen Glykosiden sind die Flavonglykoside eng verwandt. Sie erhöhen teils den Blutdruck und wirken deutlich harntreibend (Schlehe, Heidekraut, Vogelknöterich, Linde). Medizinisch wichtig sind die digitaloiden Glykoside mit ihrer starken Wirksamkeit auf das Herz. Ihre Strucktur ist sehr ähnlich den Sterinen (Cholesterin, Nebennierenrinden-Hormone, Sexualhormone, Vitamin D). Einige Pflanzen dazu in dieser Gruppe sind: Fingerhut, Maigglöckchen, Teufelsauge und Christrose.
  •    Saponine:    Der Name rührt daher, daß sie in wässriger Lösung wie Seife schäumen (Sapo lat. = Seife). Medizinisch wird ihre schleimhautreizende Wirkung ausgenützt. Im Bronchialbereich wirkt sich dies auswurffördernd (expectorierend) aus, auf Nieren harntreibend (duretisch). Wichtige Saponienpflanzen sind: Roßkastanie, Seifenkraut, Schlüsselblume.
  •    Gerbstoffe:    Ist ein Sammelbegriff für Pflanzeninhaltsstoffe, die durch ihre eiweißfällende Wirkung die tierische Haut in Leder umwandeln können. Auch medizinisch wird diese zusammenziehende (adstringierende) Wirkung ausgenutzt, z.B. als Gurgelwasser bei Mund - und Zahnfleischentzündungen und innerlich gegen Durchfall. Pflanzen mit Gerbstoffwirkung sind: Eiche, Heidelbeere, Odermennig, Walnuß.
  •    Ätherische Öle:    Pflanzen mit einem Gehalt an ätherischen Öl fallen uns besonders durch ihren Geruch auf. Häufiger Bestandteil sind Terpene, chemisch verwandt mit dem Isopren, ein Baustein des Kautschuks. Der Gehalt an ätherischem Öl ist vom Standort der Pflanze und von der Jahreszeit abhängig. Bei der medizinischen Verwendung wird die örtliche Reizwirkung ausgenutzt, die sich in verstärkter Durchblutung äußert. Dazu kommt bei manchen ätherischen Ölen eine entzündungswidrige Wirkung (Kamille) oder eine krampflösende Wirkung und die Förderung der Sekretion der Bronchialorgane (Fenchel, Anis). WeitereArzneipflanzen: Fichte, Wacholder, Salbei, Wermut, Arnika, Thymian, Pfefferminze.
  •    Bitterstoffe:    Verdanken ihren Namen dem stark bitteren Geschmack. Sie gehören teils in die Gruppe der Glykoside, teils auch zu den Terpenen (siehe ätherische Öle). Im Gegensatz zu den ebenfalls bitter schmeckenden Alkaloiden sind sie stickstofffreie Verbindungen. Durch die starke appetitanregende Wirkung und einer damit verbundenen Verbesserung der Verdauung können die Bitterstoffe eine indirekte kräftige Wirkung zur Folge haben. Bitterstoffpflanzen sind: Enzian, Tausendgüldenkraut, Benediktenkraut.

Heilkräuter sammeln:

  •    Blätter:    Sind vor der Blütezeit zu ernten und sollten unbeschädigt, jung und nicht schmutzig sein.
  •    Blüten:    Vor dem vollständigen Aufblühen pflücken. Sie sollen nicht welk und trocken und nicht vonRaupen oder Insekten beschädigt sein.
  •    Kraut:    Bevor es blüht pflücken. Etwas über dem Boden abschneiden und einige Blätter zurücklassen um ein Weiterleben der Pflanze zu gewährleisten.
  •    Früchte:    Werden im reifen Zustand gesammelt. Samen werden aus den Früchten entfernt.
  •    Wurzeln und Wurzelstöcke:    Sollen im Frühjahr oder Herbst ausgegraben und mit fließenden Wasser gereinigt werden. Schleime enthaltende Wurzeln werden nicht mit Wasser sondern durch Schaben gereinigt. Wurzeln mehrjähriger Planzen werden erst im zweiten oder dritten Vegetationsjahr geerntet.
  •    Knollen und Zwiebel:    Ernte nach Einziehen der Pflanze, Vorgehen sonst wie bei den Wurzeln und Wurzelstöcken.
  •    Rinde:    Die Rinde wird im Frühjahr zur Zeit des Ausschlagens und im Herbst nach dem Blätterfall nur bei feuchtem Wetter gesammelt. Es werden zwei etwa 10 cm lange, parallellaufende Längsschnitte und zwei Querschnitte, die die Längsschnitte an den Enden verbinden, durchgeführt. Mittels eines stumpfen Gegenstandes klopft man das Rindenstück vom Stamm und löst es ab. Nicht zu tief schneiden, kein rostiges Werkzeug verwenden !
  •    Holz:    Wird zur gleichen Zeit wie die Rinde gesammelt. Es soll nicht morsch oder von Würmern befallen sein.
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Heilkräuter zubereiten:

    Bei der Zubereitung sollen die Wirkstoffe der Pflanze erschlossen und erhalten werden. Generell macht man von Blüten, Blättern und Samen einen Aufguß, von Rinden, Wurzeln und harten Stengeln eine Abkochung. Ein Kaltwasserauszug wird aus schleimhaltigen Pflanzen gewonnen. Weiters wird zwischen Frischpflanzen-Preßsaft, Tinktur, Extrakt, Pulver, Sirup und Medizinalwein unterschieden.
  •    Frischpflanzensaft:    Frischpflanzen sind am heilkräftigsten. Sie werden mit dem Wiegemesser oder dem Mixer feinst zerkleinert und im Leintuch ausgepresst. Der Rückstand wird mit Wasser versetzt und nochmals ausgepreßt. So entsteht ein stark wirksamer Saft.
  •    Aufguß:    Immer frisch zubereiten! Die Pflanzenteile werden zerkleinert (1 - 3 Teelöffel pro Tasse) und mit kochenden Wasser übergossen. Danach läßt man den Aufguß 5 - 10 Minuten ziehen.
  •    Abkochung:    Immer frisch zubereiten! Die Pflanzenteile werden zerkleinert (1 - 3 Teelöffel pro Tasse) und mit kaltem Wasser übergossen. Danach wird das Ganze zirka 10 - 30 Minuten gekocht. Die Kochzeit richtet sich nach der Stärke der Pflanzenteile.
  •    Kaltwasserauszug:    Die Pflanzenteile werden zerkleinert und 6 - 12 Stunden ins kalte Wasser gelegt. Danach gießt man den Auszug durch ein Leintuch und windet den Rückstand gut aus. Bei starken Pflanzenteilen stellt man mit der Hälfte einen Kaltwasserauszug, mit der anderen Hälfte eine Abkochung her. Beide Teile werden nach dem Erkalten der Abkochung vermischt.
  •    Tinkturen:    Dies sind alkoholische Auszüge aus Pflanzen. Sie werden im Verhältnis 1 : 5, Pflanzenteile : 70% Alkohol, angesetzt. 10 - 14 Tage läßt man die Mischung bei Zimmertemperatur, vor Sonneneinstrahlung geschützt, stehen und schüttelt sie täglich einmal. Dann durch ein Leintuch gießen und den Rückstand auspressen. Ist die Flüssigkeit noch trübe wird sie nochmals durch ein Filterpapier gegossen. Erwachsene nehmen 20 -30 Tropfen, getropft auf ein Stück Zucker ein oder trinken sie vermischt mit Wasser. Jugendliche nehmen die Hälfte. Für Kinder ist die alkoholische Tinktur nicht zu empfehlen.
  •    Extrakte:    Man übergießt 50 g Pflanzenteile mit einem halben Liter Wasser. Das Gemisch läßt man 14 Tage bei Zimmertemperatur stehen. Man rührt täglich einmal um. Danach wird der Saft durch ein Leintuch gegossen und der Rückstand ausgepreßt. Der Saft wird unter ständigem Umrühren erhitzt. Danach wird etwas Weingeist zugegeben um die Haltbarkeit zu erhöhen.
  •    Pulver:    Gedörrte Pflanzenteile werden fein zerrieben, dann werden sie Speisen und Getränken beigemischt.
  •    Sirup:    Werden zur Geschmacksverbesserung von Arzneimitteln verwendet. Es sind dickflüssige Zuckerlösungen vermengt mit Drogenauszügen. Diese Mischung kocht man bis zur Dickflüssigkeit. Etwas Zitronensaft macht den Sirup pikant.
  •    Medizinalwein:    Medizinalweine sind ähnlich den Tinkturen, anstatt des 70% igem Alkohols wird Weiß - oder Rotwein verwendet.
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